Arbeitszeitmodell

Kostenloser Fragebogen zur Ermittlung des eigenen Modells

Ein ganz wichtiges Thema, um welches die meisten von uns glücklicherweise nicht umhinkommen, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Früher bedeutete dies oftmals, dass die Frau während der Elternzeit zu Hause bleibt und danach in Teilzeit in den Job zurückkehrt. Leider war dies der Hauptgrund, warum Mütter keine Führungsposition einnehmen konnten. Als Frau musste man sich zwischen Kind oder Karriere entscheiden.

Positive Entwicklungen

Heute  gibt es allerdings zwei Entwicklungen, die uns Frauen in diesem Thema in die Karten spielen. Dies ist zum einen der aktuell und zukünftig andauernde Fachkräftemangel. Die Firmen müssen vermehrt auf Frauen – in Vollzeit oder Teilzeit – zurückgreifen, um ihre offenen Stellen zu besetzen. So hart dies auch für uns klingt.

Die zweite positive Entwicklung ist das veränderte Bewusstsein vieler Männer im Bezug auf Familie und Beruf. Früher undenkbar, nimmt aktuell der Großteil der Familienväter Elternzeit, meistens die typischen zwei Monate. Manche Männer teilen sich sogar die Elternzeit mit Ihrer Frau oder übernehmen gänzlich die Betreuung des Kindes. Dadurch entsteht ein Umdenken in den Firmen. Die Auszeit während der Elternzeit wird nicht mehr als Hindernis für einen anspruchsvollen Job angesehen. Vielmehr führt diese Entwicklung dazu, dass gemeinsam nach individuellen und bestmöglichen Lösungen für das Unternehmen und den Arbeitnehmer gesucht wird.

Was will ich?

Im Vorfeld gilt es herauszufinden, wie das eigene, optimale Arbeitszeitmodell aussieht. Dafür gilt es sich die eigenen Wünsche, die Umstände sowie auch die eigene Familiensituation deutlich zu machen. Neben dem Zeitfaktor spielt hier die finanzielle Komponente einen entscheidenden Faktor. Auf diesen beiden Pfeilern – Zeit und Geld – kann jede sich ihr eigenes Modell erstellen.

Nachdem jede für sich ihren eigenen IST-Stand ermittelt hat, gilt es in gleichem Maße die Situation des Arbeitgebers zu durchleuchten. Bietet mein Arbeitgeber bereits flexible Modelle an und wie offen ist er gegenüber Führungskräften in Teilzeit? Die Antworten auf diese sowie weitere Fragen ermöglichen einen ersten Blick auf den Verhandlungspartner. Schließlich können individuelle Arbeitszeitmodelle nur im Dialog mit dem Arbeitgeber ermöglicht werden.

Ermittlung der eigenen Stärken

Ein nächster Schritt ist das Verdeutlichen der eigenen Position im Unternehmen. Dazu gehören natürlich die eigenen Stärken (Erstelle dein Erfolgstagebuch!) Denn schließlich kann nur die Frau das eigene Arbeitszeitmodell durchsetzen, auf die der Arbeitgeber langfristig nicht verzichten kann/will. Die eigenen Stärken werden in der Verhandlung ganz klar ausgespielt. Deshalb sollten sie vorab bekannt sein.

Um die eigenen Stärken zu erkennen, gilt es sich zunächst einen Überblick über die bisherigen Tätigkeiten zu machen. Welche Tätigkeiten beinhaltete mein (ehemaliger) Job und welche sind als eigene Stärke anzusehen?

Technische Hilfsmittel

Eine Aufstellung aller Tätigkeiten hilft zusätzlich im Hinblick auf mögliche, technische Hilfsmittel. Denn wer zukünftig nach seinem eigenen Arbeitszeitmodell arbeiten möchte, sollte Alternativen zu bisherigen Arbeitsabläufen bieten.

Video- oder Telefonkonferenzen sind ein gutes Beispiel dafür, dass technische Hilfsmittel Flexibilität in Bezug auf den Aufenthaltsort bieten. Ähnlich vorteilhaft kann sich die Möglichkeit von Homeoffice erweisen. Durch keinerlei Ablenkung ist es möglich, die tägliche Arbeit in kürzeren Zeiträumen zu bewältigen.

Stresstest des Arbeitszeitmodells

Mithilfe der Antworten lässt sich nun das individuelle Arbeitszeitmodell gestalten. Dank der Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen, Bedürfnissen aber auch äußeren Umständen, ist es nun möglich, das Beste für sich herauszufinden. Dies muss nun aufs Papier gebracht werden.

Aber damit nicht genug. Jetzt gilt es, dem ersten Entwurf einen sogenannten Stresstest zu unterziehen. Dazu gehört u.a. Lösungen zu finden für ungeplante Situationen im Beruf, zum Beispiel im Falle von Krankheit oder auch anstehenden Überstunden. Darüber hinaus muss das Modell wiederum von beiden Seiten betrachtet werden. Was wird mein Arbeitgeber dazu sagen? Gibt es Einwände? Welche Folgen kann mein Arbeitszeitmodell für das gesamte Unternehmen haben?

Einwände vorbereiten und entkräften

Sicherlich wird jede von uns Einwände finden, die unser Chef nennen wird. Und auch hier gilt es wiederum, vorbereitet zu sein. Welche und wie kann ich die Einwände entkräften? Wie sehen Lösungen dazu aus? Darüber hinaus ist noch ein weiterer Aspekt immens wichtig. In welchen Punkten bin ich für Verhandlungen bereit?

Machen wir uns nichts vor, unser Chef wartet nicht auf unser Modell. Natürlich hätte er es lieber, wenn wir – wie alle anderen – unsere 40 Stunden +- arbeiten und fertig. Deshalb ist es von großer Bedeutung in gewissen Punkten offen für Verhandlungen zu sein und somit noch „Luft nach oben“ zu haben. Dies kann beim Gehalt sein oder aber auch bei anderen Forderungen, bei denen wir noch bereit wären etwas nachzugeben. Ähnlich wie bei Preisverhandlungen mit Kunden heißt es aber auch hier, ich muss mein Limit kennen.

Was sagt der Partner?

Nachdem wir nun ein fertiges Arbeitszeitmodell ausgearbeitet und auch Antworten auf Einwände seitens des Arbeitgebers vorbereitet haben, stellt sich nur noch eine Frage: Was sagt mein Partner zu diesem Modell? Diese Frage klingt einfach und wird gerne unterschätzt. Sie hat aber eine immense Bedeutung. Denn so schön das Modell auch in der Theorie aussieht, wenn der Partner dieses nicht unterstützt oder gar kennt, kann es in der Praxis nicht funktionieren. Dies ist übrigens auch gleichbedeutend mit der gesamten Karriere als Führungsfrau. Wenn die Familie und besonders der Partner nicht unterstützen, wird es jeder Frau dauerhaft schwer fallen, eine verantwortungsvolle Führungsposition auszufüllen. Deshalb kann beim Arbeitszeitmodell schon einmal begonnen werden, indem der Partner mit einbezogen wird.

Kostenloser Fragenkatalog

Die oben erwähnten Fragen sind nur ein Auszug aus dem gesamten Dokument, welches ich selbst genutzt habe um mein individuelles Arbeitszeitmodell zu erstellen. Um auch von interessierten Kollegen/-innen ein inhaltlich fundiertes und durchdachtes Modell vorgelegt zu bekommen, habe ich die einzelnen Schritte in einem Fragenkatalog zusammen geschrieben. Dieses Dokument nutze ich nun als Grundlage für jede Person, die über ein eigenes Arbeitszeitmodell nachdenkt.

Den Fragenkatalog gibt es hier zum kostenlosen Download. Viel Spaß und viel Erfolg damit!