Gastbeitrag: Glückliche Mitarbeiter am Arbeitsplatz

Ann Kathrin Stärkel, CMO von Flip GmbH, hat sich mit dem Glücklichsein von Mitarbeiter*innen beschäftigt und ein Erfolgsrezept in ihrem Unternehmen eingeführt.

Ein Begriff, der an esoterische Tanzkreise erinnert – doch angesichts Studien und Statistiken wissen wir, dass das Glücklichsein von Mitarbeiter*innen am Arbeitsplatz tatsächlich messbar ist. Laut einer Studie der Oxford University zeigt sich das Glücklichsein von Mitarbeiter*innen durch eine 13% höhere Produktivität. Doch was muss ein Unternehmen tun, damit seine Mitarbeiter*innen glücklich bzw. zufrieden sind? Und wer befasst sich mit dieser Thematik in einem Unternehmen?

1.    Mitspracherecht

Seit Jahrzehnten ist die interne Kommunikation in Unternehmen eine Einbahnstraße: Die Geschäftsführung informiert die Belegschaft – sei es im Intranet oder mittels interner Newsletter. Die internen Kommunikationskanäle, die von Unternehmen häufig zur Verfügung gestellt werden, sind sehr beschränkt. Der Informationsfluss findet meist nur in eine Richtung statt: Von der Management-Ebene zu den Mitarbeiter*innen. Zusammengefasst: Das Intranet, wie man es kennt, ist äußerst unattraktiv und wird daher auch nur selten von den Mitarbeiter*innen genutzt. Und selbst, wenn das in die Jahre gekommene Intranet aufgehübscht und wieder attraktiv gemacht werden soll, werden die Bedürfnisse der Mitarbeiter nicht erkannt! 75% der Mitarbeiter*innen wollen sich in das Unternehmen einbringen und nach ihrer Meinung gefragt werden. Dies ist sicherlich mit einer Menge Aufwand verbunden, aber am Ende ein entscheidender Motivations- und Erfolgsfaktor für das ganze Unternehmen.

2. Gute Beziehung und direkter Draht zu Vorgesetzten

Oft herrscht Distanz zwischen Arbeitgeber und -nehmer, doch der direkte Draht zum Vorgesetzten ist wichtig für ein erfolgreiches Unternehmen und Miteinander. Die Führungskräfte sollten, daher den Dialog mit der Belegschaft suchen. Kommunikationskanäle, wie Mitarbeiter-Apps, können Arbeitnehmern die Möglichkeit eröffnen, einfacher und auf Augenhöhe mit ihren Vorgesetzten in Kontakt zu treten. Wenn auch das obere Management beispielsweise im Team-Chat über Neuigkeiten informiert, kann sich diese Schere etwas schließen und die Führungsebene wirkt nahbarer. So können bei Herausforderungen gemeinsam schneller Lösungswege gefunden werden. 

3. Zusammenhalt im Team

Nicht nur für den Erfolg des Unternehmens ist Teamgeist wichtig. Mitarbeiter*innen und deren Zufriedenheitsgefühl im Unternehmen hängt ganz stark davon ab, wie gut die Teams zusammenarbeiten. Wenn alle von den Ideen, also den Werten und Zielen überzeugt sind, kann am selben Strang gezogen werden. Das Gemeinschaftsgefühl kann gefestigt werden und daraus entsteht wiederum eine hohe Produktivität. Teambuilding-Maßnahmen oder Kommunikationstools können dabei unterstützen, Mitarbeiter*innen untereinander zu vernetzen. In vielen Unternehmen gibt es spannende News aus verschiedensten Abteilungen. Führungskräfte sollten dafür sorgen, dass sich ihre Mitarbeiter*innen untereinander vermehrt austauschen, eine Community bilden und häufig erstmals richtig kennenlernen. Denn oft herrscht Anonymität, gerade in großen Firmen. Eventtipps, spannende Beiträge in Fachzeitschriften oder Freizeitveranstaltungen: der alleinige Austausch darüber lässt die Mitarbeiter zusammenwachsen.

4. Unternehmenswerte

Ein einheitliches Verständnis der Werte ist für das Unternehmensklima entscheidend. Doch das Verständnis reicht allein nicht. Die Werte müssen von Mitarbeiter*innen akzeptiert und gelebt werden. Um etwas zu akzeptieren, spielen immer rationale und emotionale Aspekte eine Rolle. Eine emotionale Akzeptanz gelingt dann, wenn Mitarbeiter*innen beteiligt sind bei der Gestaltung. Durch das Befragen und Einbringen ergibt sich dann eine einheitliche Anerkennung. Rationale Akzeptanz wird aus unserer Erfahrung heraus erschaffen, wenn der persönliche Nutzen, der des Teams und der des gesamten Unternehmens aufgezeigt werden. Erst wenn Mitarbeiter*innen glauben, dass die Werte auch in der Praxis umsetzbar sind, werden sie auch akzeptiert und gelebt.

Wichtig ist auch, dass im Unternehmen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit diese Werte auch wirklich gelebt werden können. Hier sind also Management und Führungskräfte gefragt. Welche eigenen Beiträge kann ich beisteuern, damit meine Mitarbeiter*innen sich wohl fühlen? Diese müssen konkret und sichtbar sein. Nur so werden Mitarbeiter*innen motiviert mitzuwirken und eigene Beiträge zu leisten.

5. Unternehmensziele

Ähnlich wie bei den Unternehmenswerten sollten Vision und Ziele klar definiert und die Mitarbeiter*innen darüber informiert werden. Denn wenn diese richtig kommuniziert werden, können Mitarbeiter*innen erst ihre kreativen Potentiale entfalten. Wie die Kommunikation der Unternehmensziele erfolgt, hängt von der Unternehmensgröße, -kultur und -philosophie ab. Von der Wichtigkeit einer starken Unternehmenskultur hat wohl jede Führungskraft schon einmal gehört.  Laut des Hays-Report zu Unternehmenskultur sind transparente Prozesse, eine offene Kommunikation, Eigenverantwortung und eine gesunde Feedbackkultur die wichtigsten Faktoren, die eine gute Unternehmenskultur ausmachen.

Wer eine starke Firmenkultur etablieren möchte, sollte hierbei alle Mitarbeiter einbinden. Mitarbeiter*innen die motiviert sind, bringen sich mehr in das Unternehmen ein und bringen dieses durch ihren Input nach vorne.

Um zu erkennen, ob sich die Unternehmenskultur in die richtige Richtung entwickelt, muss sie irgendwie messbar gemacht werden. Kultur zu „messen“, erscheint im ersten Moment schwer realisierbar – es gibt jedoch praktikable Methoden bzw. Key Performance Indicators (KPIs), die auch miteinander kombiniert werden können. Eine Überlegung, mit der sich die Führung beschäftigen sollte, um ihre Ziele bzw. Maßnahmen an den übergeordneten Zielen ausrichten.

6. Interne Kommunikation: Transparenz und Framing

Die Ansprache der Mitarbeiter*innen muss sich anpassen. Viele Mitarbeiter*innen haben keinen Zugang zu einem eigenen PC-Arbeitsplatz, doch die interne Kommunikation mit ihnen ist mehr als wichtig. Es sollten technologische Entwicklungen eingeführt werden, die es ermöglichen, dass neue Wege, Formate und Medien ausprobiert werden, um Informationen und Inhalte zu vermitteln. Methoden wie das schwarze Brett sind veraltet. Die Mitarbeiter*innen können ganz einfach dort erreicht werden, wo er auch oft ist beispielsweise am Smartphone werden den Pausen. Eine aktuelle Studie der Peter Schmidt Group* macht deutlich, dass die Angebote von Unternehmen nicht unbedingt mit den Interessen der Mitarbeiter*innen übereinstimmen, generell sind 41 % der Meinung, dass intern nicht offen und transparent kommuniziert wird. Alle Mitarbeiter*innen müssen also abgeholt und inkludiert werden. Entscheidend ist die Interaktion von Mitarbeiter*innen im Unternehmen.

Die Möglichkeit Beschäftigten von überall einen Zugriff auf relevante Informationen und Fragen zu unternehmensinternen Neuigkeiten, Veröffentlichungen, Updates, Umfragen sowie Terminvereinbarungen zu bieten, vereinfacht Arbeitsprozesse sehr. Wer darauf achtet, schafft eine bessere Organisation zwischen den Abteilungen, im Home-Office oder dem Mitarbeiter*innen am Band.

Mitarbeiter-Apps eignen sich zur internen Kommunikation besonders gut, weil sie für die nachrückende Generation auf dem Arbeitsmarkt selbstverständlich sind. Medien, Kommunikation, Organisation: fast der gesamte Alltag läuft darüber ab. Aber auch ältere Generationen haben das Smartphone längst zum täglichen Begleiter gemacht und nutzen diverse Anwendungen. Das sollten Arbeitgeber bedenken.

7. Wertschätzung

Zuschüsse zum Bahnticket, Sportangebote, gesunde Snacks: Unternehmen müssen Benefits anbieten, um potenzielle Mitarbeiter zu überzeugen. Doch wenn sie einmal gewonnen sind, gilt es auch das Personal zu behalten. Führungskräfte sollten sich bewusst sein, dass flexible Arbeitszeiten, Teamvertrauen und gegenseitige Anerkennung zur Firmenetikette gehören. Neben internen und externen Weiterbildungsmaßnahmen sollte Mitarbeiter*innen die Möglichkeit gegeben werden an Teamevents oder Off-Sites teilzunehmen. Zu einer positiven Arbeitskultur gehört es aber vor allem, Mitarbeiter*innen umfassend einzubinden. Sie an ausgewählten Entscheidungen teilhaben zu lassen, zeigt Wertschätzung. Transparent zu sein und Informationen stets zu kommunizieren und vielleicht auch mal eine kleine Party das schweißt zusammen. Die Möglichkeiten sind endlos. 

8. Zufriedenheit messen und gemeinsam feiern

Der einfachste Schritt für Führungskräfte eine Zufriedenheit der Angestellten zu ermitteln, wäre eine Mitarbeiterbefragung. Sie lassen sich schnell aufsetzen und analysieren und können Stimmung, Trends, Probleme und kritische Themen direkt sichtbar werden lassen.   Digitale und anonyme Feedback-Tools können bei der Stärkung der Zufriedenheit und des Engagements des Teams helfen. Die generelle Performance eines Unternehmens ist zwar nicht ein unmittelbarer Indikator, spielt aber in einer gewissen Form mit rein – denn geht es dem Unternehmen gut, kann es gesund weiterwachsen. Ein weiteres Indiz für mögliche Unzufriedenheit ist die Fluktuation im Unternehmen. Ist diese hoch ist das ein wesentliches Anzeichen für die Unzufriedenheit der Mitarbeiter*innen. Es gibt viele Ansätze, die ein Unternehmen fahren kann, um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu messen und die Wichtigkeit sollte Führungskräften bewusst sein. Laut einer Studie der Deloitte lohnt es sich Maßnahmen gegen eine ungewollte Fluktuation zu ergreifen, denn diese sei sehr teuer für Unternehmen. Die durchschnittlichen Fluktuationskosten liegen bei rund 14.900 Euro und man müsste hier noch die Kosten hinzuzählen die eine Nachbesetzung kostet. 

Abschließend ist zu sagen, dass das einheitliche Verständnis von den Unternehmenswerten zu einem guten Arbeitsklima führt. Kommunikationskanäle, wie Mitarbeiter-Apps, sind ein einfacher Weg Mitarbeiter*innen in das Geschehen eines Unternehmens zu etablieren – es bietet ihnen Raum des Austauschs. Ein Mitarbeiter auf dessen Bedürfnisse eingegangen wird und der sich in das Unternehmen einbringen kann, ist zufriedener. Mitarbeiter*innen die sich in das Unternehmen einbringen können und nach ihrer Meinung gefragt werden, fühlen sich wertgeschätzt. Dies wiederum führt zu einem guten Arbeitsklima und „glücklichen Mitarbeitern“. Ein Erfolgsfaktor für das ganze Unternehmen.

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