Interview Tina Jürgens Titel
© Camille Blake

„Lasst Euch nicht einschüchtern!“

Podcasts erleben aktuell einen wahren Boom. Eine, die darin mitmischt und einen erheblichen Anteil daran hat, dass Podcast-Neulinge ihre Hörer finden, ist Tina Jürgens. Denn sie ist CEO von zebra-audio.net, ein 360°-MultiPodcastNetzwerk, dass den gesamten Weg eines Podcasts von der Idee bis zur Vermarktung unterstützt.

Tina Jürgens selbst arbeitet schon seit vielen Jahren in der Medienbranche und hat sich dort einen Namen gemacht. Sie war u.a. für große Medienhäuser wie Süddeutsche Zeitung, Axel Springer und zuletzt für den Bayerischen Rundfunk tätig.

Im Interview mit uns erzählt sie, welche drei 50 Podcasts zu ihren Favoriten gehören, dass Frauen sich ihres Wertes bewusst sein sollten und warum der Karriereweg auch mal weh tun muss.

FiF: Frau Jürgens, von einer leitenden Position beim Bayrischen Rundfunk zur Geschäftsführerin eines Podcast-Netzwerks. Schildern Sie bitte Ihren Lebenslauf.

Nach meinem Studium der Publizistik und Filmwissenschaft wollte ich eigentlich Dozentin an der Uni werden. Irgendwie schien das aber nicht zu meinem Temperament zu passen. Ich habe dann verschiedene Stationen auf dem Weg zum Podcast genommen: Vom Audio Verlag in Berlin, über die Süddeutsche Zeitung, für die ich die DVD-und Hörbuch-Editionen machen durfte, über die WELT-Gruppe und ihr Verlagsprogramm bis hin zum Bayerischen Rundfunk und die BRmedia GmbH, wo ich u.a. für die Zweitverwertung der Hörfunk-Inhalte zuständig war. Schon da habe ich mich mit der Podcast-Verwertung befasst.

FiF: Haben Sie Routinen, die Sie als Faktoren für einen effektiven und erfolgreichen Arbeitsalltag empfinden?

Einen aufgeräumten Posteingang für meine Emails: Alle Sachen, die noch zu erledigen sind, bleiben stehen. Alles andere wird gleich beantwortet oder wegsortiert. Damit habe ich immer einen guten Überblick, was noch offen ist und mache Termine mit mir selbst, um diese dann auch zu erledigen. Das entspannt, weil mir damit selten was durchgeht.

FiF: Podcasts werden immer beliebter. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für das starke Wachstum an Nutzern von Podcasts?

Da kommen verschiedenen Dinge zusammen: Die Technik des RSS-Feeds, die leichte Zugänglichkeit über Apps und Plattformen, aber auch das Revival von seriellem Erzählen und die Tatsache, dass man auch in Situationen Zuhören kann, in denen ein Bildschirm so nicht nutzbar ist. Podcasts entsprechen zudem in ihrer Vielfalt, thematischen Fragmentierung und fast intimen Ansprache dem mobilen, urbanen Zeitgeist, weil ich sie mir zu jeder Zeit, an jedem Ort und zu jedem beliebigen Thema so lange wie ich mag, anhören kann.

FiF: Welches sind Ihre drei Lieblingspodcasts?

Darf ich mindestens 50 nennen?!Auf die Gefahr hin, dass diese Liste wirklich nicht vollständig ist:

My Dad wrote a Porno, The Mindfull Sessions, Das kleine Fernsehbalett, Blackout, Heiliger Bimbam, Slow Burn, The Dropout, Steingarts Morning Briefing, Im Namen der Hose, Gladiator, Herrengedeck, Believed, Alone. A Love Story, Beste Freundinnen, Überleben unter Kollegen, Dissect, Mogul, Death in Ice Valley, The New Yorker: Politics and More, Krömer and Friends, OMR Media mit Pia Frey, Where should we begin, Finding Cleo, Gästeliste Geisterbahn, The Nod, Uncover: The Village, Reisen Reisen, Dr. Death, Lage der Nation, Hotel Matze, Who the Hell is Hamish, One Plus One, Root of Evil, Gemischtes Hack … ich befürchte, ich muss jetzt aufhören…

FiF: Sie waren lange beim Bayrischen Rundfunk in verschiedenen Positionen tätig. Was raten Sie jungen Frauen, die in der Medienwelt erfolgreich sein wollen?

Dass sie nicht besser sein müssen als Männer, sondern einfach sie selbst und gut. Und dass sie dazu stehen und das zeigen können und sollten. Seid Euch Eures Wertes bewusst. Und lasst Euch nicht einschüchtern: Arroganz ist oft ein Zeichen von Unsicherheit oder Verunsicherung, wahre Souveränität kommt von Können und Erfahrung. Das gilt für Männer wie für Frauen gleichermaßen.

FiF: Was war der beste Rat, der Ihnen in Ihrer beruflichen Karriere je gegeben wurde?

Wenn Dir was wehtut, sollst Du was lernen.

Sprich: Situationen, in denen Du Dich unwohl fühlst oder unzufrieden bist, sagen Dir etwas über Deine eigenen Themen. Wenn man das für sich herausfindet und analysiert, kann man nicht nur was über sich selbst und seine eigenen Grenzen erfahren, sondern manche Dinge sogar ändern und daran wachsen.

FiF: Letzte Frage: Haben Sie ein Produkt/Buch/Hilfsmittel, welches Ihren Arbeitsalltag deutlich erleichtert hat und Sie jeder Kollegin empfehlen würden?

Ich meditiere täglich mit Headspace. (siehe „Warum erfolgreiche Menschen täglich meditieren!„) Das hat für mich wirklich vieles verändert – es lässt mich ruhiger, konzentrierter und gelassener werden. Jeder der mich kennt, wird sich jetzt fragen: WAS?! Das ist schon die ruhige Version von ihr…?

FiF: Frau Jürgens, vielen Dank!


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