Persönlichkeitstest Titel

In 5 Minuten zu deinen eigenen Ergebnissen

96% von uns haben bereits einmal in ihrem Leben an einem Persönlichkeitstest teilgenommen. Klingt zunächst einmal nach einem sehr hohen Wert. Der Grund dafür ist simpel und lässt uns an die eigene Jugend erinnern. Denn unter den Begriff Persönlichkeitstest fallen auch die typischen Selbsttests aus den Jugendzeitschriften. „Welcher Eifersuchtstyp bist du?“, „Wie tickst du wirklich?“ oder „Welcher Star steckt in dir?“ sind nur einige von unzähligen Tests aus Zeitschriften oder im Internet.

Aufgrund dieser zwar kreativen, aber eher selten bewahrheitenden Fragestellungen, haben Persönlichkeitstests einen negativen Ruf. Fragt man in der eigenen Belegschaft nach, haben nur die allerwenigsten einen ernsthaften Persönlichkeitstest durchgeführt. Neben aufwendigen und (natürlich) teuren Möglichkeiten gibt es aber auch kostenlose Lightversionen, die oftmals ausreichen um gute Ergebnisse über die eigene Persönlichkeit zu liefern.

Warum Persönlichkeitstest trotz Ruf sehr nützlich für die eigene Karriere sind und welche kostenlosen Tests ich selber regelmäßig nutze und empfehlen kann, findet ihr in diesem Bericht.

Was ist ein Persönlichkeitstest?

Ein Persönlichkeitstest besteht aus verschiedensten Fragen, die den Tester unterstützen, sich selbst einzuschätzen. Deshalb lautet die Spanne der Antwortmöglichkeiten meist „trifft sehr auf mich zu“ hin zu „trifft gar nicht auf mich zu“ (oder ähnlich). Wichtig ist es, die Fragen so ehrlich wie möglich zu beantworten. Dies stellt sich allerdings manchmal als gar nicht so einfach heraus. Schließlich sollen wir uns selbst objektiv bewerten – eigentlich unmöglich. Deshalb lautet ein wichtiger Hinweis, die Fragen sehr schnell zu beantworten. Intuitiv wählt man meistens die zutreffendste Aussage über sich selbst.

Die Dauer der Tests ist unterschiedlich. Man kann teure Modelle kaufen und erhält dann vor Ort eine entsprechend ausführliche Durchführung inklusive Auswertung. Die Persönlichkeitstests, welche im Internet angeboten werden, dauern meistens circa 12-15 Minuten. Ich nenne sie selbst Lightversionen. Natürlich sind die kostenlosen Tests im Internet nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet und bieten deshalb nicht die größtmöglichen, individuellen Ergebnisse. Aber im Verhältnis zu Kosten und Nutzen reichen sie oftmals aus, um ein erstes Bild von sich selbst zu erhalten. Wer daraufhin genauer interessiert ist und detaillierte Ergebnisse wünscht, kann sich dann immer noch an Anbieter spezialisierter Persönlichkeitstest wenden.

Gründe für Persönlichkeitstests

Der Nutzen von Persönlichkeitstests ist von großer Bedeutung. Denn die Ergebnisse bieten eine „objektive Betrachtung“ auf sich selbst. Dafür bedarf es kein 360 Grad Feedback oder umfangreiche Mitarbeitergespräche. Innerhalb weniger Minuten erhält man einen Überblick über die eigene Motivationsstruktur, also auch charakterlichen Stärken und Schwächen.

Was zunächst einmal nach wenig neuen Erkenntnissen klingt, hat aber eine ungeheuer große Bedeutung. Natürlich können wir aus dem Stand unsere Stärken und auch natürlich einige Schwächen nennen. Aber welche davon sind eigentlich nur dem Umfeld geschuldet? Hätte ich die gleichen Stärken, wenn ich in einem weniger kreativen, dafür disziplinierteren Team arbeiten würde? Hätte ich bei einem besseren Chef die ein oder andere Schwäche bereits abgestellt?

Sich selbst kennenlernen

Wer genauer darüber nachdenkt bemerkt, dass seine Einschätzungen doch sehr variabel sein können. Um sich selbst ein bisschen „besser kennenzulernen“, helfen seriöse, wissenschaftliche Persönlichkeitstests. Natürlich werden diese Ergebnisse keinen neuen Menschen hervorzaubern, aber sie schärfen die Sinne für die eigenen Stärken und Schwächen. Und darüber hinaus, erhält man „objektive Kritik“. Wie oft schon, fanden wir Kritik an uns selbst zu sehr auf eine Situation bezogen oder hielten den Kritiker nicht für objektiv.

Zusätzlich bieten einige Tests eine Einordnung in verschiedene Persönlichkeitstypen. Dies hat den Vorteil, dass man einen Einblick des „eigenen“ Typs für verschiedene Lebenslagen erhält. Neben dem Beruflichen werden auch typische Eigenschaften zu Themen wie Beziehungen, Freundschaft oder Elterndasein genannt.

Unterschiedliche Modelle

Es gibt viele unterschiedliche Modelle um seine eigene Persönlichkeit zu testen. Eine Auflistung aller würde den Rahmen sprengen und ist auch nicht zielführend. Deshalb folgen nun die bekanntesten und für den Beruf erfolgreichsten Modelle:

DISG

Das DISG-Modell gehört zu den in Deutschland bekanntesten Modellen. Es unterscheidet in vier Persönlichkeitsstile.

  • D = Dominant
  • I = Initiativ
  • S = Stetig
  • G = Gewissenhaft

Anders als bei den meisten anderen Tests, werden hier Wortgruppen aufgezeigt, von denen man die „am wenigsten“ und „am ehesten“ zutreffende Antwort bewerten muss. Dies fällt vielen leichter anstelle davon, Fragen dahingehend zu beantworten, ob es auf sie mehr oder minder zur eigenen Person passen.

Das Ergebnis des DISG-Tests zeigt daraufhin die eigenen Ausprägungen der vier Persönlichkeitsstile an. Ein Kritikpunkt ist allerdings, dass es keinen Vergleich zur anderen Menschen liefert.

BIG FIVE

Das Big Five Modell (oder auch Big5) ist eines der ältesten Modelle und wird oft als Grundlage für neue Modelle genutzt. Dabei wird die Persönlichkeit nach den fünft Hauptdimensionen skaliert.

  • Aufgeschlossenheit
  • Perfektionismus
  • Geselligkeit
  • Empathie
  • Bedürfnis nach Stabilität

Das Big Five-Modell gilt als das am intensivsten erforschte und wird deshalb den wissenschaftlichen Ansprüchen am besten gerecht. Die Kritik hier hält sich am meisten in Grenzen (aber natürlich gibt es sie auch). Hier ist die fehlende Berücksichtigung der gegenseitigen Beeinflussung zweier Dimensionen zu nennen.

MBTI (Myers-Briggs-Typenindikator)

Dieser Test ist auf vier Skalen ausgerichtet, an deren beider Enden die jeweiligen Extreme stehen. Laut Erfinder überwiegt bei jedem Menschen immer eine Seite dieser folgenden Kategorien:

  • Extrovertiert <-> Introvertiert
  • Sensitivität <-> Intuition
  • Denken <-> Fühlen
  • Beurteilen <-> Wahrnehmen

Durch diese 4 Kategorien ergeben sich am Ende 16 mögliche Persönlichkeitstypen, von denen einer dem Tester zugeordnet wird.

Der MBTI hat einen sehr hohen Stellenwert in den USA und wird dort oft genutzt. In Europa und Deutschland wird allerdings eher kritisch gesehen, da der Test seit Entstehung nicht weiterentwickelt wurde und deshalb teilweise mit „veralteten“ Persönlichkeitsmerkmalen arbeitet.

Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (BIP®)

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um ein berufsbezogenes Testverfahren. Das BIP stellt Fragen und ermittelt Kompetenzen zu vier Hauptbereichen:

  • berufliche Orientierung
  • Arbeitsverhalten
  • soziale Kompetenzen
  • psychische Konstitution

Es handelt sich hier um ein sehr junges, aufwendig entwickeltes Modell. Dadurch besticht es mit sehr genauen Ergebnissen und hat dadurch einen sehr guten Ruf. Als wirklichen Kritikpunkt kann man nur die Kosten nennen, da keine kostenlose Lightversion verfügbar ist.

Empfehlungen

Ich selber nutze und empfehle zwei kostenlose Tests im Internet weiter. Dies ist zum einen der Big Five Test auf Psychomeda, der auf den Test von Dr. Satow zurückgreift. Der Test überzeugt mit seiner Einfachheit. Nicht nur inhaltlich, es bedarf zusätzlich keiner Registrierung oder Anmeldung. Wer die Ergebnisse nochmals zugeschickt haben möchte, gibt lediglich seine Emailadresse preis.

Des Weiteren überzeugt die Auswertung. Das leicht verständliche Diagramm listet das eigene Ergebnis im Vergleich zu allen anderen Testpersonen auf. Zusätzlich folgt eine kurze Erläuterung der Ergebnisse der einzelnen Hauptdimensionen – meistens in 1-2 Sätzen. Dadurch dauert der Test inklusive Auswertung nur wenige Minuten.

Wer mehr zu seinem „Persönlichkeitstyp“ wissen möchte, dem empfehle ich den Test auf 16Personalities, welcher dem MBTI am meisten ähnelt. Auch hier ist das Handling wieder sehr leicht verständlich und schnell durchführbar. Es bedarf keiner persönlicher Daten.

Zusätzlich zu den eigenen prozentualen Ergebnissen in den jeweiligen Kategorien werden die Antworten einem Persönlichkeitstyp zugeordnet. Zu diesem Typ gibt es daraufhin (weiterhin alles kostenlos und ohne Datenangabe) eine sehr ausführliche Erläuterung. Neben dem Verhalten im Beruf werden auch die Themen Familie, Beziehungen und weitere angesprochen. Alles mit dem Fokus auf den ermittelten Persönlichkeitstyp. Sehr lesenswert für Tester, die tiefer in ihre Ergebnisse eindringen und mehr charakterliche Kenntnisse daraus ziehen möchten. Der einzige Nachteil ist, dass die große Typenbeschreibung auf englisch ist (der Test aber auf deutsch).

Fazit

Es bedarf nur wenige Minuten, um kostenlos seinen charakterlichen Eigenschaften und der inneren Motivation näher zu kommen. Natürlich ist jeder Mensch individuell und deshalb müssen Ergebnisse, die kategorisieren, immer auch kritisch angesehen werden.

Wer aber im Beruf größtmöglichen Erfolg feiern will, der sollte seinen Persönlichkeitstyp kennen um die neugewonnenen Informationen zu nutzen. Nur wer sich sehr gut kennt, kann in stressigen Situationen seine Stärken ausspielen oder weiß, wann er sich Unterstützung suchen sollte, um seinen Schwächen entgegenzuwirken. Ein enormer Vorteil im Vergleich zu anderen Kollegen, die derartige Tests gar nicht kennen oder nicht für nötig halten.

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